Der Berner Heerweg – Wurden unglaubliche 480.000 Euro umsonst ausgegeben?

Das Bezirksamt hatte bereits den Berner Heerweg für eine Sanierung überplant, woraufhin der Senat Einspruch einlegte. Anstelle von zwei Spuren soll zukünftig nur noch eine angeboten werden. Nun erfolgt eine Abfrage bei den Bürgerinnen und Bürger, was aus deren Sicht umgesetzt werden soll. Wie mein Kollege Richard Seelmaecker und ich in einer Anfrage (22-5891) herausfanden, hat der vom Bezirk überplante Abschnitt von der August-Krogmann-Straße bis zum Neusurenland (exklusive beider Knoten), insgesamt bereits ca. 480.000 Euro gekostet. Geld, was durch eine Änderung umsonst ausgegeben worden wäre. In diesen Kosten sind u. a. die Vermessungs- und Voruntersuchungskosten sowie die Kosten für Projektsteuerung und Planung enthalten. Auch wenn Teile der bereits geleisteten Arbeiten für die weitere Überplanung genutzt werden können, wurde hier dennoch eine Menge Geld verschwendet.

Der vom rot-grünen Senat propagierten Verkehrswende fallen, trotz steigender Zulassungszahlen, zunehmend Autofahrer zum Opfer. Ein Paradebeispiel für die Hartleibigkeit des Senats gegenüber Kraftfahrzeugführern zeigt sich nun auch am Berner Heerweg – einer vielbefahrenen und zentralen Verkehrsachse für Bürger auf dem Weg in den Hamburger Norden beziehungsweise die Innenstadt.

 

Um für Veloroute 6 Platz zu schaffen, sollte der Berner Heerweg ursprünglich unter Beibehaltung der vierspurigen Fahrbahn umgebaut und um einen Radstreifen sowie Nebenflächen ergänzt werden. Nach Abstimmung zahlreicher involvierter Akteure wurde diese Vorzugsvariante bereits im März 2019 dem bezirklichen Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr vorgelegt. Im Anschluss wurde die Ausschreibung veröffentlicht und im Frühjahr 2021 sollte mit dem Umbau schließlich begonnen werden.

 

Dazu kam es jedoch nicht, da Senator Tjarks andere Pläne hatte: Die angebliche Baufälligkeit begründete nun, dass der bereits beschlossene Plan nicht ausgeführt werden konnte. Sodann wurde eine sog. Online-Umfrage freigeschaltet, die in Kombination mit einer Diskussionsveranstaltung im September 2021 als Entscheidungshilfe für die zukünftige Gestaltung der Straße dienen soll. Es ist absehbar, dass die vom Senat bevorzugte Variante und geplante Reduktion der Fahrbahnen zu noch mehr Stau und Chaos auf Hamburgs Straßen führen wird.

 

Wie mein Kollege Richard Seelmaecker und ich in einer Anfrage (22-5801) herausfanden, hat der vom Bezirk überplante Abschnitt von der August-Krogmann-Straße bis zum Neusurenland (exklusive beider Knoten), insgesamt bereits ca. 480.000 Euro gekostet. In diesen Kosten sind u. a. die Vermessungs- und Voruntersuchungskosten sowie die Kosten für Projektsteuerung und Planung enthalten. Auch wenn Teile der bereits geleisteten Arbeiten für die weitere Überplanung genutzt werden können, wird hier dennoch eine Menge Geld verschwendet.

 

Zu den noch anfallenden Kosten kann der Senat derzeit keine verlässliche Aussage treffen, da eine Planungsvariante noch nicht feststeht. Die Planungskosten werden entsprechend der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) auf Grundlage der Haushaltsunterlage ermittelt.

 

Dies bedeutet schlussendlich noch mehr Kosten, mehr Stau und frustrierte Autofahrer.

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Kommentare: 6
  • #1

    K. Kerst (Mittwoch, 20 Oktober 2021 20:53)

    man wartete eigentlich auf den Riesenknall, der Schildbürgerstreichen dieser Art endlich ein Ende setzt, so wie auch dem aktuellen in der Haldesdorfer Strasse! Da bekommt der wahre Spruch mit den Kälbern und dem Schlachter seine Bedeutung.

  • #2

    Michael H. (Mittwoch, 20 Oktober 2021 22:33)

    Wessen Geisteshaltung sich u.a. der HH Autofahrer unterordnen zu hat, ist nichts Neues mehr... Neu wird das revolutionäre Tempo 30 in ganz Hamburg für die Weltklimarettung!

    Genossen Tschentscher & Co, sind von dem revolutionären Willen erfüllt, den Aufbau der ökosozialistischen Hansestadt zu beschleunigen + zu immer neuen Wunder/ Großtaten anzuspornen!

    Mit dem neuen monumentalen 100 Millionen Euro "Öko- City- Living- Friedhof", wird auch der neue Hamburger Geist + das neue Hamburger Tempo geschaffen. Freundschaft!

    (480.000.- € für eine Sondierung? Peanuts ha ha ha!)

  • #3

    B. Preuss (Samstag, 23 Oktober 2021 09:44)

    es wird wieder einige geben, die in ihrer Intoleranz einfache Schubladen aufmachen und berechtigte und weitschauende Kritik, die sich in der Vergangenheit meist bewahrheitete (!!), abtun mit Revolte und Meckerei.... Noch Fragen, angesichts dieser Bildungsferne?

  • #4

    Berger (Samstag, 13 November 2021 10:26)

    Ich finde es ist totaler Quatsch, den Berner Herrweg einspurig zu machen. Ich muss jeden Morgen da lang und gerade in den Stoßzeiten steht man schon einige Minuten an.
    Zumal sind die Bürgersteige doch breit genug, wozu soll es noch breiter gemacht werden? Dazu kommt, dass dort kaum Fußgänger und Radfahrer fahren, also wozu die Änderung.
    Eine Umfrage hatte ergeben, dass es ein Verhältnis zu 1:20 ist. Auf ein Fußgänger fahren dort 20 Autos. Wenn man es hoch rechnet sind es bei 100 Autos 5 Fußgäner. Wozu soll es auf einspurig zurück gebaut werden?

    Wer plant überhautp diese Sachen? Absoluter Quatsch und Geldverschwendung.

  • #5

    Sörens. (Samstag, 13 November 2021 12:59)

    https://www.hamburg.de/wandsbek/verkehr/umbaumassnahme-berner-heerweg/
    Anwohner hätten eine Planung begrüßt, die unser Problem mit dem Überflutungsgebiet gelöst hätte. Die Berner Au kreuzt den Berner Heerweg und sie wird bei zunehmendem Regenfall über die Ufer treten und Grundstücke und Gebäude in Mitleidenschaft ziehen. Wir haben das Bezirksamt in Kenntnis gesetzt. Die neueste Planung hatte daher auch Wasserauffangflächen vorgesehen. Wir müssen mehr tun für den Klimaschutz. Es nützt doch nichts, wenn wir alle bequem Auto fahren können, aber dann bis zu den Köncheln im Wasser in unseren Kellern stehen.

  • #6

    Melanie (Samstag, 13 November 2021 18:10)

    Der Klima-hype ist eine all zu einfache Begründung für jeden ideologoisch zu entlarvenden Schildbürgerstreich. Die vorhandenen Radwege in HH auf denen eine hohe Verkehrsfrequenz auszumachen ist konzentriert sich auf wenige Strecken. Die z. B. auf dem Berner Heerweg, dem Barmwisch oder gar der Haldesdorfer Strasse gehören garantiert nicht dazu.